Hundebrillen der optimale Schutz gegen UV Strahlen .
Die Hundebrille -
veterinärmedizinische Indikationen.
Seit einigen Jahren sind Hundebrillen
nun auch kommerziell erhältlich und stellen keineswegs mehr eine blosse modische
Spielerei dar.
Die Spezialanfertigung der Brillen in unterschiedlichen
Größen und Farbvarianten bieten einen 100% Schutz gegen UVA-, UVB- und UVC
Strahlung. Besonders die äußeren Schichten des Auges wie die Hornhaut (Kornea)
und die Bindehaut (Konjunktiva) reagieren - egal ob bei Mensch oder Tier - sehr
empfindlich auf UV-Strahlen. Bei Einwirkung von UV-Licht kommt es zunächst zu
einer Eintrübung der Hornhaut. Bei diesem Prozess handelt es sich eigentlich um
eine Schutzfunktion, also einen natürlichen UV- Filter. Seheinschränkungen sind
die Folge. Die Hornhaut ist im Allgemeinen ein recht gut heilungsfähiges Gewebe.
Bei anhaltender UV-Belastung halten die Reparaturmechanismen den äußeren Reizen
gegenüber aber nicht mehr stand. Gefäßeinwachsungen mit bleibenden Schäden und
eine Pigmentierung sind die Folge (Photokeratitis). Mitunter kann es auch zu
Verwachsungen der Bindehaut mit der Hornhaut kommen. Der größte Teil der UV-
Strahlung wird durch die Hornhaut absorbiert. Ein Teil der UVB-Strahlen und auch
sichtbares Licht dringt allerdings bis zur Linse vor. Durch Eiweißdenaturierung
kann es zu Linsentrübungen (Katarakt) kommen, welche nicht regenerierbar sind.
Neben zahlreichen anderen möglichen Ursachen einer Kataraktentstehung
(genetischer Defekt, Trauma, entzündliche Prozesse, Toxine, Medikamente,
radioaktive Strahlung etc.) muss demnach auch der UV- Strahlung eine bedeutende
Rolle zugeschrieben werden. Der Hund begleitet seinen Besitzer inzwischen zu
zahlreichen Freizeitaktivitäten (Bergtouren, Segeln, Motorrad- und
Cabriofahrten), so dass der präventive Einsatz von Hundebrillen in diesen Fällen
ratsam ist. Ebenso ergibt sich für Lawinen- und Hütehunde ein erhöhtes Risiko
eines Augenleidens aufgrund von UV- Strahlung. Denn die Reflektion von UV-
Strahlen ist besonders auf Wasseroberflächen, Schnee und sogar hellem Sand zu
bedenken (Neuschnee ca. 80-90%, trockener heller Sandstrand knapp 40%). Neben
einer Prophylaxe von Augenschäden ist das Tragen einer Hundebrille auch bei den
folgenden Augenerkrankungen zusätzlich zur medikamentösen Therapie als wichtige
unterstützende Maßnahme zu bewerten. Die Symptome und auch das Fortschreiten der
Erkrankung werden in vielen Fällen deutlich gemindert. Die Hauptindikation für
die Hundebrille stellt die sog. Schäferhundkeratitis (keratitis superficialis
chronica, Überreiterkeratitis) dar. Besonders Schäferhunde,
Schäferhundmischlinge und Border Collies sind betroffen. Aber auch beim Collie,
Hovawart, Dackel und Greyhound wird diese Erkrankung gesehen. Es handelt sich
vermutlich um ein erblich bedingtes Autoimmungeschehen, bei dem Abwehrzellen
(Antikörper) eines Tieres auf körpereigenes Gewebe - in diesem Fall die Hornhaut
- reagieren. Es kommt dann meist vom äußeren Rand ausgehend zu speckig
erscheinenden roten Wucherungen auf der Hornhaut. Später wandern dann zusätzlich
Pigmentzellen ein und die Hornhaut wird ohne Behandlung nach und nach bis ins
Zentrum von dunkelbraunem Pigment durchzogen. Eine deutliche Sehverschlechterung
bis hin zur vollständigen Blindheit schließt sich an. In der Regel verläuft
diese Hornhauterkrankung ohne Schmerzhaftigkeit für die betroffenen Tiere und
wird daher häufig erst spät vom Besitzer bemerkt. Bevorzugt erkranken Hunde im
Alter von 3- 5 Jahren und oft fallen dem Besitzer zunächst nur eine entzündete
Bindehaut mit einer mehr oder weniger speckig verdickten Nickhaut auf. In den
meisten Fällen kommt es im Frühjahr und Sommer, aber auch bei Schnee zu
Entzündungsschüben. Es ist nachgewiesen, dass UV- Strahlung zu einem erheblich
rascheren Fortschreiten der Hornhautschädigung führt. Die Schäferhundkeratitis
ist nicht heilbar, muss lebenslang behandelt werden und es wird abgeraten, die
betroffenen Tiere noch in der Zucht einzusetzen. Inzwischen können auch durch
den grauen Star (Katarakt) erblindete Tiere durch eine mikrochirurgische
Operation (mit oder ohne Kunstlinse) beim Augenspezialisten wieder Sehvermögen
erlangen. Da diese Tiere allerdings nach einer solchen Operation keinen
natürlichen Strahlenschutz der Netzhaut durch die körpereigene Linse mehr
besitzen, ist auch bei solchen Patienten das Tragen einer Brille (allerdings
erst einige Wochen nach der Eingriff) empfehlenswert. West Highland White
Terrier, Pudel und Cocker Spaniel leiden vermehrt an einem trockenen Auge. Zu
wenig Tränen werden produziert und die Binde- und Hornhaut sind chronisch
gereizt. Diese trockenen Augen sind besonders anfällig für bakterielle
Infektionen und die Entstehung von Hornhautgeschwüren. Eine sinnvolle Maßnahme
stellt auch hier die rundum geschlossene Brille dar, um eine weitere Reizung
z.B. durch Staub, Wind, Sand besonders bei Cabriofahrten zu vermeiden.
Kurznasige Hunderassen wie Pekingese, Shih Tzu, Mops u.a. haben anatomisch
bedingt einen stark hervortretenden Augapfel. Im Falle eines eingeschränkten
oder fehlenden Sehvermögens kann eine Hundebrille sinnvollen Schutz vor
Hornhautverletzungen durch Anstoßen beim Spaziergang bieten. Bei älteren Hunden
lässt gelegentlich die Funktion des Pupillarmuskels nach (sog.
Sphinkteratrophie) und diese altersbedingte Unfähigkeit, die Pupille bei
Lichteinfall vollständig zu schließen, lässt mehr Licht auf die Netzhaut
treffen. Einige dieser Patienten scheinen geblendet zu sein und zeigen ein
lichtscheues Verhalten. Auch hier kann eine Brille eventuell Abhilfe schaffen.
Die der Anatomie des Hundeschädels optimal angepasste Hundebrille wird von den
meisten Hunden nach einer Eingewöhnung problemlos getragen. Es ist ratsam, den
Hunden die Brille zunächst nur für einige Minuten und bei starkem Sonnenlicht
aufzusetzen, da die Tiere den Wegfall des blendenden Lichtes als angenehm
empfinden und somit gleich eine positive Assoziation mit dem Tragen der Brillen
haben. Ebenso können die Gläser anfangs entfernt werden und die Gewöhnung nur
mit dem Brillengestell erfolgen.
Tierärztliche Praxis für
Augenheilkunde Vera NeunD-83064 Raubling b.
Rosenheim